Drei Ziegen aus vernachlässigter Haltung erholen sich bei uns...
25.05.2011
Uns
erreicht ein Hilferuf aus dem Raum Heilbronn:
Acht Ziegen verschiedener Größe und Rassen sind wegen schlechter Haltung beschlagnahmt worden und müssen dringend untergebracht werden.
Zunächst sollen sich die Tiere erholen und dann ggf. in gute Hände vermittelt werden.
26.05.2011
Die Lage hat sich schon ein bisschen entspannt:
Von den acht Ziegen können wohl vier oder fünf gleich in ein neues endgültiges Zuhause umziehen.
Die übrigen kommen dann zunächst zu uns, damit sie wieder zu Kräften kommen.
Wir haben eine Weide mit Stall geräumt, damit die Neuankömmlinge erst einmal getrennt von unseren Ziegen bleiben.
Morgen werden alle von einem Tierarzt durchgecheckt, geimpft, entwurmt und dann zum Umzug freigegeben.
27.05.2011
Nachdem die Ziegen am Morgen erst einmal
ausgebrochen und gefunden werden mussten, konnte gegen Mittag der Umzug gestartet werden.
Herzlichen Dank an die Gärtnerei H.W.Gomer, Ammertsweiler für die kurzfristige und unkomplizierte Möglichkeit einen passenden Anhänger nutzen zu können.
Die Ziegen lebten weit draußen im Weinbaugebiet Zabergäu und wurden wohl seit einiger Zeit überhaupt nicht mehr vom Besitzer versorgt. Die Beschlagnahmung wurde vor etwa einer Woche vom Veterinäramt Heilbronn vorgenommen und übergangsweise
sorgten Mitarbeiter vom städtischen Bauhof für Wasser und Futter. Die fünf kleineren Ziegen ziehen in den Leintalzoo um und werden dort auch bleiben.
Die drei Großen - eine Ziege und zwei unkastrierte Böcke - haben wir dann zum Eulhof gebracht

Ankunft im Eulhof
- die ungewohnte Fahrt war anstrengend:
"Was erwartet uns jetzt?"
Sobald sie gemeinsam auf der Weide und "von der Leine" waren, wurde Kontakt zu den "Nachbarn" aufgenommen:


Die "Neuen" mit Moni - und mit Moritz...
Dann konnte man sich auch Zeit nehmen die nähere Umgebung zu erkunden:
Hier die drei im Portrait:
Auf den ersten Blick sehen die drei gut aus und sie machen auch bereits nach kurzer Zeit einen recht entspannten Eindruck. Näher betrachtet erkennt man doch diverse Fellprobleme und vor allem müssen die Klauen geschnitten werden, damit sie wieder vernünftig laufen können.
Außerdem sind die beiden Böcke nicht kastriert, duften entsprechend und drohen bei Damenkontakt mit unkontrollierter Vermehrung...
28.05.2011
Das mit der separaten Weide war eine gute Idee und gut gemeint - leider hat es nichts genutzt: Heute morgen hatten alle drei "rüber gemacht" und waren bei unseren eigenen Ziegen.
Jetzt können wir nur noch hoffen, dass keine Krankheiten eingeschleppt wurden und zur Zeit keine Ziege empfänglich ist. Jedenfalls hecheln die Böcke allem hinterher - egal ob Ziege oder kastriertem Bock...
Burenziegen-Bock mit Sepp, Sissi - - Bock mit Heidi -- die drei mit Sepp
Die Ziege sonnt sich - - auch der Burenbock genießt - - und der Bock offensichtlich auch
15.06.2011
Mittlerweile sind die beiden Böcke seit gut zwei Wochen keine echten Böcke mehr und der penetrante Geruch hat schon deutlich nachgelassen. Auf Anweisung der Veterinäramtes Heilbronn hat unser Haus- und Hof-Tierarzt Weidner, Schwäbisch Hall-Sulzdorf die drei auch gleich auf CAE-Viren untersucht - zum Glück negativ!
Da alle Ziegen unbedingt zusammen sein wollen und keinen Zaun zwischen sich akzeptieren gab es immer wieder "undichte Stellen" und einige Male sogar nicht ungefährliche Situationen durch Einklemmen von Kopf oder Gliedmaßen. Nun ist die Verbindung zwischen den Weiden "offiziell" offen - und damit Ruhe eingekehrt...
Die drei suchen ein gutes Zuhause - schön wäre, wenn sie zusammen bleiben können...
19.06.2011
Heute sind die drei vorübergehend auf eine andere Weide umgezogen.
Der Eulhof und einige andere Höfe in diesem "Rutzenweiler" genannten Gebiet können auf Grund der Topografie nicht, oder nur mit erheblichem Aufwand an das öffentliche Abwassernetz der Gemeinde angeschlossen werden. Daher betreiben wir in Form einer GbR eine Schilfteichanlage zur Abwasserbehandlung. Das Grundstück mit dem Schilfteich hat auch eine steile, bewachsene Hangfläche, die sich nur mit Mühe mähen / pflegen lässt. Zudem wachsen dort immer wieder Brombeeren, die sich den Mähgeräten entsprechend widersetzen.
So viel Gras - man sieht sie kaum...
Also ein kleines Paradies für kletterfreudige Wiederkäuer.
Das sahen die drei aber nicht so...
Nachdem schon die Trennung von unseren eigenen Ziegen mit entsprechendem Gemecker und
Widerstand begleitet wurde, waren sie kaum eine Viertelstunde auf der neuen Wiese, als schon ein Anruf aus der Nachbarschaft kam: "Sie, ihre Ziegen sauen hier durch d'Gägend!"
Also wieder hin und die Ausreißer erst einmal finden. Zum Glück lassen sie sich mittlerweile auch schon rufen - kommen aber nur bis auf den "Sicherheitsabstand" zwei Meter heran. Sie hatten sich durchaus gemerkt, dass sie eine Stunde zuvor gepackt und verladen worden waren... Mit einigen Verfolgungsirrläufen und Lockmitteln gelang dann doch endlich die Rückführung.
Uns war nicht klar, wo sie den Ausbruch geschafft hatten - der E-Zaun war unter Spannung und lückenlos... Dann zeigte uns die Ziege, wie es geht: Wir haben einen Anhänger in den Grundstückszugang gestellt, um den Dreien einen trockenen Unterstand zu bieten. Die Heckklappe ist heruntergelassen, damit sie bequem hinein können - und genau den Spalt unter der Rampe war der Weg nach draußen! Einfach drunter durch! Wir hätten nie gedacht, dass das möglich wäre.
...auch unter solch einem Hänger kann man durchkriechen...
Und die Ziege immer als Rädelsführerin vorneweg - nun heißt sie "die rote Zora".
die "rote Zora"
Nachdem wir die elektrische und mechanische Einzäunung noch einmal modifiziert haben sind sie (ob notgedrungen oder vielleicht auch aus Müdigkeit) nicht mehr ausgebrochen... wie lange?
20.06.2011
Heute morgen waren sie tatsächlich noch auf der Wiese - wollten aber zunächst gar nichts von mir wissen.
Ein bisschen Brot half dann aber die Scheu zu überwinden - aber immer schön Sicherheitsabstand einhalten...
Mittlerweile sind die drei schon eine Woche "bei der Arbeit" und haben die Wiese schon mehr als die Hälfte "gemäht". Jeden Morgen und jeden Abend besuchen wir sie und es gibt "vertrauensbildende Maßnahmen" in Form von Brotstückchen und Gemüse / Obst. Der "Burenbock" lässt sich schon ganz gerne einmal streicheln und die beiden anderen "ertragen" es auch schon mal für ein paar Sekunden...
...wird fortgesetzt...

























